Die satirische Kunstaktion »Separation« führte Bürger.Courage 2006 vor dem Dresdner Fürstenzug durch.
Zitat
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SICHER aus gutem Grund?


Idee

Das Kunstprojekt »SICHER aus gutem Grund?« sollte durch die Darstellung der Bedrohung von Grundrechten einerseits ein öffentlichkeitswirksames und symbolisches Mahnmal in der Innenstadt Dresdens platzieren. Andererseits ging es darum, die Passanten zum Nachdenken und diskutieren anzuregen, indem die Notwendigkeit »wehrhafter Demokratie« thematisiert wird.


Installation

In allen Bereichen der Installation wird der Bürger »überwacht«. Er steht jedoch vor die Wahl, in welchen Bereich er geht und sich positioniert. Nur in einem Bereich geht ihm ein »Licht auf«. Nur in einem Bereich erhält er die Möglichkeit , an dem, was er sieht, Kritik zu üben.
Das Projekt ist der Versuch, deutlich zu machen: »Demokratie und Verfassung muss sich wehren!« und »Demokratie braucht die Kritik und das Engagement der BürgerInnen!«


Hintergrund: »Die Würde des Menschen ist antastbar!«

Im Rahmen der Aktion »Die Würde des Menschen ist antastbar!« wollte Bürger.Courage 2007 mit diversen Projekten, unter anderem einem Schülerprojekt, Grundrechte »promoten« – diese vorstellen und ihre Bedeutung für das menschliche Zusammenleben hervorheben. Der Inhalt, die Bedeutung und die Reichweite der in der freiheitlich demokratischen Grundordnung formulierten Rechte und Pflichten werden oft vergessen oder sind erst gar nicht bekannt. Tatsächlich sind unsere Grundrechte aber bedroht, denn:

…das Vertrauen in die Demokratie schwindet!
Stimmen Sie der Aussage zu, dass eine Diktatur grundsätzlich abzulehnen ist? Fast 60% der Ostdeutschen tun dies nicht. 15,6% meinen sogar die Diktatur sei eher die bessere Staatsform. Dabei wird oft verkannt, dass schon zentrale Grundrechte wie die Würde des Menschen oder das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit nur in einer Demokratie effektiv umgesetzt werden.
Wer Demokratie abschaffen will, braucht nicht den Verlust der Grundrechte beklagen!

…Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit sind kein Randphänomen!
Trotz katastrophaler Zustände innerhalb der sächsischen NPD-Fraktion und ihrem politischen Scheitern auf ganzer Linie, liegt die NPD laut Umfragen immer noch konstant bei über 5%. Zudem zeigen Studien, dass gerade in Sachsen besonders hohe Werte gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu messen sind – insbesondere im Bereich Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Für viele Mitbürger anderer Hautfarbe, Religion oder Sprache gelten Grundrechte im Alltag oft nicht!
Wer fremdenfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Parolen zustimmt, lehnt auch Demokratie und Grundrechte ab!

…das Verlangen nach mehr Sicherheit wird dem Grundrecht auf Freiheit übergeordnet!
Die dritte Gefahr für das Grundgesetz stellen die aktuellen Entwicklungen wie Terrorismus und Globalisierung dar: Beide führen angesichts eines vermeintlich global agierenden Terrors sowie einer zunehmenden Entgrenzung von Lebensumständen zu einem immer größeren Bedarf an Sicherheit. Die Politik reagiert hier – teils als Avantgarde, teils getrieben durch den Wähler – mit der Einschränkung von Freiheiten, um auf diese Weise die Sicherheit der Bürger zu sichern.
Wer Sicherheit will, darf persönliche Freiheiten nicht leichtfertig aufgeben!